Folsäuremangel
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Folsäuremangel – Symptome, Wirkungen und Therapien

Folsäure wird zu den B-Vitaminen gezählt und ist in unserem Körper hauptsächlich an der Blutbildung, der Zellteilung und verschiedenen Wachstumsprozessen beteiligt. Es ist ein essenzielles, lebenswichtiges Vitamin und wird vom menschlichen Stoffwechsel für eine Vielzahl von wichtigen Vorgängen benötigt.

Abgeleitet wird der Name „Folsäure“ vom lateinischen Begriff „folium“ für Blatt. Weitere Bezeichnungen für Folsäure sind Folat oder Vitamin-B9, aber auch Vitamin-B11 und Vitamin-M lassen sich als Namen für das wasserlösliche Vitamin in der Literatur finden.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Folsäure und wie wird es gebildet?

Folate sind körpereigene Transportmittel, die beispielsweise bei einer Blutarmut wirken sollen. Im Darm wird das Folat (Folsäure) in verschiedene Bauteile zersetzt und nur rund 50% der aufgenommenen Menge werden über den Darm resorbiert und als Bioverfügbarkeit bezeichnet. Bei diesem Prozess gelangen etwa 20 bis 30% in den passiven körpereigenen Transportmechanismus und so in den menschlichen Stoffwechsel.

Während das natürlich vorkommende Folat nicht sehr stabil ist und eine hohe Oxidationsstufe besitzt, wird die künstlich hergestellt Folsäure als qualitativ hochwertiger angesehen. Daher findet sie vor allem in Vitaminpräparaten, Medikamenten und zur Anreicherung von Lebensmitteln Anwendung. Folate finden sich in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln und werden in unserem Darm enzymatisch aufgespalten.

Gespeichert wird das Folat von unserem Organismus in der Leber und der Galle sowie den Zugängen. Abgebaut wird es in den Nieren und die Nierenkanälchen und anschließend über den Stuhl ausgeschieden. Folsäure ist nicht nur für Menschen essenziell, auch Tiere benötigen das wasserlösliche Vitamin zur Aufrechterhaltung ihres körpereigenen Stoffwechsels.

Die Funktion von Folsäure

Alle Zellen unseres Organismus benötigen Sauerstoff zur Energiegewinnung. Es versorgt Gewebe und Organe und lässt alle lebensnotwendigen Stoffwechselvorgänge ablaufen und einwandfrei funktionieren. Eine wesentliche Aufgabe von Folsäure ist die Zellbildung, die Zellteilung und die Zelldifferenzierung. Es soll sich damit direkt auf die Blutbildung auswirken, denn Blut besteht aus Zellen. (Biosynthese von Melatonin, Phospholipiden und Hämoglobin)

Blutbildende Zellen teilen sich häufig im Knochenmark. Hier wird auch die Erbinformation in die Zellen gegeben. Die sogenannten DNS Synthese besteht aus vier Basen und hinter jeder dieser einzelnen Bestandteile steht Folsäure als wesentlicher Baustein bei der Herstellung. (Zellteilung, Zellwachstum und Zelldifferenzierung)

Folsäure ist eine Aminosäure, dass heißt sie besteht aus Eiweißen und ist damit Bestandteil nahezu aller im menschlichen Körper vorkommenden Proteine. Diese Proteine sind an dem Aufbau der Zellmembran beteiligt und werden im Darm und der Leber verstoffwechselt. Von dort aus gehen die lebenswichtigen Stoffe, jetzt umgewandelt in körpereigene Proteine, auf die Reise zu ihrem Bestimmungsort. Dort sind sie wesentliche Strukturbestandteile für den Aufbau von Hormonen und Hämoglobin. (Proteinstoffwechsel)

Beim Aufbau von Neurotransmittern wie den Nervenbotenstoffen Dopamin, Serotonin und Noradrenalin wird Folsäure benötigt. Studien haben belegt, dass es einen direkten Zusammenhang von depressiven Erkrankungen bei Frauen und einem zu niedrigen Folsäureniveau gibt. (Neurotransmitter)

Folat ist an der Herstellung der vier Basen beteiligt, die für die Bildung von Erbgut benötigt werden. Dabei wird die Folsäure als Vorstufe des Coenzym THF benötigt, um die sogenannten C1-Gruppen zu bilden. Dazu gehören die für die DNS Replikation notwendigen Formyl-, Methyl- und Methylengruppen. (Synthese von DNS Bausteinen)

Wie hoch ist der Folsäure Tagesbedarf?

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, DGE, herausgegebene Empfehlung ist abhängig vom Alter. Säuglinge benötigen am wenigsten mit max. 60 Mikrogramm Folsäure pro Tag. Gesunde Erwachsenen empfiehlt die Gesellschaft die maximale Aufnahme von maximal 300 Mikrogramm pro Tag. Allerdings gibt es zwei spezielle Gruppen, die Schwangeren und die Stillenden, bei denen auf eine erhöhte Zufuhr an Folsäure geachtet werden muss.

Die Empfehlungen der DGE lautet daher hier (Stand 06.02.2019):

  • Stillende Mütter maximal 450 Mikrogramm und Schwangere Frauen maximal 550 Mikrogramm Folsäure pro Tag
  • Erwachsene ab dem 13. Lebensjahr: 300 Mikrogramm pro Tag
  • Jugendliche vom 10. bis 13. Lebensjahr: 240 Mikrogramm pro Tag
  • Kinder vom 7. bis 10. Lebensjahr: 180 Mikrogramm pro Tag
  • Kinder vom 4. bis 7. Lebensjahr: 140 Mikrogramm pro Tag
  • Kleinkinder vom 1. bis 4. Lebensjahr: 120 Mikrogramm pro Tag
  • Babys vom 4 bis 12 Lebensmonat: 80 Mikrogramm pro Tag
  • Säuglinge bis zu vier Monate: 60 Mikrogramm pro Tag
  • Schwangere: 550 Mikrogramm pro Tag
  • Stillende: 450 Mikrogramm pro Tag

Folsäure ist wichtig in der Schwangerschaft

Als Coenzym bei der DNA Synthese ist Folat für eine optimale Zelldifferenzierung und das adäquate Wachstum von Zellen unerlässlich. In der Schwangerschaft erhält es dadurch eine besonders hohe Bedeutung. Durch die signifikant beschleunigte Zellvermehrung und die Vergrößerung der Gebärmutter wird mehr Folat benötigt. Auch die Entwicklung der Plazenta und des Brustgewebes sowie die Erhöhung des Blutvolumens benötigen Folat. Ein Mangel wirkt sich hier direkt auf das Wachstum des Fötus aus.

Mögliche Auswirkungen durch einen Folsäuremangel zeigen sich in Form von:

  • Neuralohrdefekt während der Embryonalentwicklung mit schweren Schäden an der Wirbelsäule und dem Rückenmark des Ungeborenen. (umgangssprachlich als „offener Rücken“ bekannt)
  • Frühgeburtlichkeit, denn Folsäure steht im Verdacht an diesem Phänomen beteiligt zu sein
  • Angeborene Herzfehler bei Neugeborenen werden unter einem Folsäuremangel bei Schwangeren häufiger beobachtet
  • Autismus – hier liegen erste Studien vor, die einen Zusammenhang zwischen Folsäuremangel und Autismus sehen

Da Folsäure auch an der DNA-Synthese beteiligt ist, sollten auch Frauen mit Kinderwunsch auf einen erhöhten Folsäurebedarf achten und sich dementsprechend ernähren bzw. mit ihrem Arzt sprechen und ggf. Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen.

Auch nach der Schwangerschaft und während der Stillzeit empfehlen Fachärzte auf eine ausreichende Folsäureversorgung zu achten. Erste prospektive Beobachtungsstudien aus Norwegen zeigen einen positiven Einfluss auf die Sprachentwicklung des Kindes bei ausreichender Folsäureversorgung auf.

Symptome für einen Folsäure-Mangel

Ein Mangel an Folsäure beeinträchtigt die Zellteilung und die Zellregeneration. Betroffene berichten daher häufig von ersten Symptomen wie Zungenbrennen und Entzündungen der Schleimhäute (vor allem der Darmschleimhaut).

Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, depressive Verstimmungen sowie Blutungsneigung gehören zu den am häufigsten auftretenden Symptomen. Jedoch zeigt sich zumeist ein Folsäuremangel nicht immer sofort und mit eindeutigen Symptomen. Es treten häufig auch unspezifische Formen von Beschwerdebildern auf, die es für den Arzt schwer machen, eine eindeutige Diagnose zu stellen.

Symptome des Folsäuremangels
Typische Symptome eines Folsäuremangels

Mögliche weitere Symptome eines Folsäuremangels:

  • Zungenbrennen und Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Entzündung der Darmschleimhaut
  • unspezifische Magen-Darm-Beschwerden
  • erhöhte Blutungsneigung

Wichtig: Ein Mangel an Folsäure hat meist Blutarmut als Folge und kann die Symptome einer Anämie zeigen.

  • Müdigkeit, Kraftlosigkeit und körperliche Erschöpfung
  • Schwindel und Blässe
  • depressive Verstimmungen

Die Blutarmut zeigt sich häufig in Form einer auffallenden Blässe, gepaart mit häufigem Zittern, Frieren oder Kurzatmigkeit. Auch Herzklopfen, Benommenheit, Schwindel und Verwirrtheit werden bei Blutarmut berichtet. Grund dafür ist die Veränderung der Stammzellen im Knochenmark, an deren Bildung Folsäure beteiligt ist. Neue rote Blutkörperchen leben nur rund 4 Monate lang. Die Symptome können also verzögert auftreten. Die in der Leber gespeicherte Menge an Folsäure reicht meist bei fehlendem Nachschub für bis zu drei Monate aus.

Akute oder chronische Erkrankungen oder Veränderungen der Zungenoberfläche oder des Zungenkörpers werden unter dem medizinischen Fachbegriff Glossitis zusammengefasst. Folsäure soll eine der häufigsten Ursachen für die auftretenden Symptome sein, die sich mit belegter Zunge, Veränderung der Zungenoberflächenstruktur und Zungenbrennen sowie Geschmacksstörungen zeigen kann. Auch Bläschen, Fisteln und kleine Geschwüre können dabei auftreten.

Liegt im Stoffwechsel nicht genug Folsäure vor, kann das zu einem erhöhten Homocystein Spiegel führen. Dieser wird in Verbindung gebracht als eine der möglichen Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfall, Demenz, Alzheimer, Arteriosklerose, altersbedingte Makuladegeneration sowie Knochenschwund.

Behandlung und Therapie bei Folsäuremangel

Zur Behandlung eines Mangels an Vitamin-B9 (Folsäure) raten Ärtze und Apotheker zur aktiven als auch zur passiven Aufnahme von Folsäure. Für eine erfolgreiche Therapie sollte mindestens der empfohlene tägliche Bedarf gedeckt werden.

  • Die passive Aufnahme von Folsäure in Medikamentenform oder als Nahrungergänzungsmittel erfolgt zumeist bei Schwangeren oder Kranken.
  • Die aktive Aufnahme von Folsäure erfolgt über die tägliche, gesunde und abwechslungsreiche Nahrungsaufnahme.

Hinweis: Durch eine Ernährungsumstellung bei gesunden, nicht schwangeren Menschen kann das Ziel der Therapie bereits Erfolg haben!

Bisher gibt es nur wenig Erkenntnisse für eine Gefährdung durch eine Überdosierung von Folsäure. Dies bezieht sich aber nur auf die Zufuhr von natürlichem Folat über die Nahrung. Bei den künstlich hergestellten Folsäurepräparaten gibt es einige Symptome, die z.B. bei einer Überdosierung ernst zu nehmen sind.

Nebenwirkungen bei der Einnahme von Folsäure treten nur selten auf. Meist handelt es sich um Symptome einer Überdosierung. Mögliche Nebenwirkungen, die auf jeden Fall mit einem Arzt abgeklärt werden müssen, sind beispielsweise: Durchfall, Müdigkeit, Schlafstörungen, häufiges Nasenbluten oder allgemeine Konzentrationsschwäche und Leistungsabfall.

Folsäure Tabletten und Kapseln

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DEG) empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft einen täglich Aufnahme von 550 Mikrogramm Folat über die Nahrung. Für stillende Frauen liegt der Referenzwert bei 450 Mikrogramm. Gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft ist es aber empfehlenswert, den täglichen Bedarf nicht nur über die Nahrung zu sich zu nehmen, sondern auf Folsäurepräparate zurückzugreifen. Wichtig ist aber hier die persönliche Absprache mit dem zuständigen Frauenarzt.

Schwangere sollten keine Leber zu sich nehmen, da der hohe Vitamin A Anteil dem Ungeborenen Schaden kann. Es gibt aber genug Alternativen für folatreiche Lebensmittel. Es gibt auch schon erste Empfehlungen, dass schwangere Frauen grundsätzlich Folsäure-Tabletten zu sich nehmen sollten, damit beim Eintritt in die Schwangerschaft ein gut gefüllter Speicher und ein ausreichender Serumspiegel für Folat vorliegt.

Lebensmittel mit Folsäure

Folat kommt vor allem in Pflanzen vor und um die ausreichende Zufuhr und den täglichen Bedarf zu decken, ist es wichtig, diese Lebensmittel genau zu kennen. Um sich rund um gesund zu ernähren und natürliche Folsäure zu sich zu nehmen, sind diese Lebensmittel mit Folat ideal:

Folsäure in Getreide
Vollkornprodukte mit Folsäure:

  • Vollkornbrot 14 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Roggenbrot 16 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Haferflocken 87 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Knäckebrot 88 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Speisekleie 195 Mikrogramm pro 100 Gramm

Hülsenfrüchte mit Folsäure:

  • Erbsen 151 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Linsen 168 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Weiße Bohnen 187 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Sojabohnen 210 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Kirchererbsen 360 Mikrogramm pro 100 Gramm

Obst mit Folsäure:

  • Pflaumen 2,0 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Heidelbeeren 6,0 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Bananen 17,0 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Honigmelone und Himbeeren 30 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Weintrauben 43 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Kirschen 52 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Erdbeeren 65 Mikrogramm pro 100 Gramm

Gemüse und Salate mit Folsäure:

  • Rotkohl 35 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Tomaten 44,5 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Möhren 55 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Paprika 60 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Kohlrabi 70 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Kopfsalat 75 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Rote Bete 83 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Wirsing 90 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Porree 103 Mikrogramm pro 100 Gramm
Folsäure in Leber
Fleisch mit Folsäure:

  • Schnitzel 9,1 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Rindfleisch 10 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Brathuhn 12 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Leberpastete 60 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Schweineleber 136 Mikrogramm pro 100 Gramm

Fisch und Meeresfrüchte mit Folsäure:

  • Flunder 11 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Scholle 11 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Aal 13 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Thunfisch 15 Mikrogramm pro 100 Gramm
  • Hummer 16,1 Mikrogramm pro 100 Gramm

Weitere Lebensmittel mit Folsäure sind beispielsweise Alkoholfreies Bier, Chesterkäse, Kakaopulver, Brie Käse und Eier mit jeweils 15-70 Mikrogramm pro 100 Gramm.

Eine Dosierungsempfehlung nicht generell nur bedingt pauschalisieren, denn grundsätzlich muss jeder Bedarf individuell ermittelt und angepasst werden. Ob der körpereigene Folatspeicher in der Leber aufgefüllt ist, kann der Arzt über eine Blutuntersuchung feststellen.

Schaubild: die wichtigsten Vorkommen von natürlicher Folsäure

Die wichtigsten Vorkommen von natürlicher Folsäure.

Quellen:

 

Christian Finke

Christian Finke ist Redakteur bei ed-magazin.de. Er ist selbstständiger Physiotherapeut und hat schon einige Jahre Erfahrung in der Erstellung von Artikeln im Themenbereich Medizin. Sein Fachgebiet ist insbesondere physische Gesundheit und Therapie.